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MERS Caranguls Schatten Teil 7: Belagert, der Kampf ums Hohe Haus

Unheil kroch herauf im Morgengrauen des Mai des Jahres 3011 DZ. Eule und Wolf teilten ihren Herren die Ankunft von Orks mit. Schnell waren die Gefährten wach und auf den Beinen. Ein Blick vom Wehrgang des Hohen Hauses machte schnell die bedrohliche Lage deutlich. Umzingelt, Feuer machte die Runde. Schnell wurden Eimer, gefüllt mit Wasser, aus dem Keller heraufgeholt, Bögen gespannt, Zauber vorbereitet. Ihre Verfolger hatten sie also eingeholt. Würden die gefürchtete Magierin und der Halbork dabei sein?
Ein Pfeilhagel regnete auf das Hohe Haus herab, flammen griffen nach dem Holz. Während einige die Feuer löschten, schossen die anderen auf ihre Angreifer. Der ein oder andere Stein von Brocas Schleuder traf. Auch Galadhils Pfeile fanden ihr Ziel.
Dann der Angriff auf die Tür. Vier Orks rannten mit Fackeln, Öl und Reisig die Rampe zum Eingang herauf. Ogtaba bemerkte sie. Der Schamane nutzte seine Kräfte sie zu Beruhigen. Auch Sibroc schleuderte ihnen seine Magie entgegen. Sogar aus dem Wald heraus Richtung Bruchtal kam unerwartete Hilfe. Der junge Krieger Tarthalion griff in den Kampf ein.
Währendessen erging es den Freunden auf der Rückseite des Hauses schlecht. Ein Schatten am Waldrand ließ Broca die Gefahr zu spät erkennen. Die Magierin war aufgetaucht. Der Hobbit brach sich den Kopf haltend zusammen. Auch Galadhil taumelte unter der Macht der finsteren Magie.
Vorne gelang es Sibroc die Orks einzuschläfern. Doch der Gegner hatte seine Taktik geändert. Er zog all seine Kräfte schnell an der Vorderseite des Hauses zusammen. Tarthalion wurde in kleinere Kämpfe verwickelt. Und auch die gefürchtete Hexe Latha griff nun von hier an. Ihr Ziel: Ogtaba. Der Schamane war ihr ein Dorn im Auge. Hatten seine Kräfte doch den Tod ihrer Schwester entscheidend herbei geführt. Noch bevor Ogtabas Wölfe ihr schaden konnten, brachen diese erschöpft zusammen. Der Schamane geriet unter ihren Bann, machte sich schreiend auf den Weg hinunter zur Tür, die er schnell entriegelte und öffnete.
Sibroc warnte Galadhil, der dem Freund sofort nachstürzte, gefolgt von Broca. Die Orks vor der Tür erwachten durch den Lärm. Der Zauberer wurde von einem Pfeil getroffen, dennoch zog er eine kleine Feuerwand zwischen Ogtaba und die Orks. Der Bann fiel ab vom Schamanen, der seinen Speer auf die verhasste Hexe schleuderte und traf. Der Halbork Ogrod rannte zur Unterstützung auf die offene Tür zu, in der plötzlich Galadhil und Broca erschienen. Auch Tarthalion kämpfte sich zur Rampe durch.
Blanker Hass flammte in den Augen Galadhils auf, als er das Schwert erkannte, das Ogrod führte: Carvegil, die Waffe seiner Väter, einst geraubt von einer Bande dunländischer Banditen, genau wie seine Schwester, die er seit Jahren suchte. Nicht auf die Gefahr achtend stieß der Waldläufer die Orks bei Seite, stürmte auf den Halbork nieder.
Ogtaba nutze die Bresche, die Galadhil geschlagen hatte, um der Hexe den Tod zu bringen.
Die offene Tür blieb währenddessen hart umkämpft. Sibroc kam zur Unterstützung Brocas hinab. Und auch Tarthalion hielt Stand.
Voller Zorn unterlief Galadhil den Angriff des Halborks und holte ihn von den Beinen. Ogtaba stieß der Hexe Latha den Speer vollends durch die Brust. Und im Hintergrund fiel Broca im Kampf um die Tür.
Dann war plötzlich alles vorbei. Die Feinde tot am Boden. Nur Galadhil kämpfte nun verzweifelt um das Leben des verblutenden Halborks, in der vagen Hoffnung Informationen über den Aufenthaltsort seiner Schwester zu bekommen. Doch vergebens.
Der Schamane Ogtaba schnitt seiner Feindin das Herz heraus, um es mit Genuss zu verspeisen. Seine Wölfe, noch am Leben, übernahmen den Rest. Dann machte er sich daran, die Wunden der Freunde zu heilen.

Eine Durchsuchung Ogrods führte einen Brief zu Tage, der ihm befahl zu verhindern, das die Gefährten nach Fornost durchkamen, unterzeichnet von Braal. Auch der Halbork trug am rechten Oberarm eine blaue Tätowierung, die Ogtaba zuvor auch schon bei Latha gefunden und als Trophäe von ihrem Arm geschnitten hatte. Vermutlich ein dunländisches Clansymbol.

Den Tag verbrachten die Freunde im Hohen Haus um sich zu erholen, die verbliebenen Feuer zu löschen, die toten Orks zu verbrennen und ihre weiteren Pläne zu besprechen.

Der nächste Morgen führte sie nach Bruchtal. Sie wollten die Gastfreundschaft der Elben genießen, Elrond die Neuigkeiten berichten und gemeinsam mit ihm das weitere Vorgehen überlegen. Auch Menelcar, der Gefährte aus Dol Amroth, stieß hier zu ihnen.
An zwei Orten vermuteten sie Carangul: Tharbad, die überflutete Stadt oder Fornost, ehemaliger Sitz der Könige Arthedains, heute eine Geisterstadt. Nach weiteren Überlegungen entschieden sich die Gefährten für Bree. Die kleine Stadt lag auf dem Weg zu beiden Zielen. Vielleicht gab es unterwegs noch Möglichkeiten neue Informationen zu bekommen, um dann erneut abzuwägen.
Der Aufbruch fand bereits am nächsten Morgen statt. Die Freunde wollten in Bewegung bleiben, die eventuellen Vorteile nutzen, die ihnen ihr großartiger Sieg am Hohen Haus gebracht hatte. Elrond stellte ihnen Pferde zur Verfügung. Das nächste Ziel ihrer Reise sollte das Gasthaus Zur letzen Brücke am anderen Ende der Trollhöhen sein. Ein Weg von dreieinhalb Tagen entlang der großen Oststraße in westlicher Richtung.
Die Reise verlief beinahe ereignislos. Ein paar Trolle in der Nacht, die sie den Valar sei Dank nicht bemerkten. Erst als sie am Morgen des vierten Tages den Wald hinter sich ließen, wurden sie von Orks unter Beschuss genommen. Von den Pferden gefallen, war der Kampf dennoch schnell vorbei. Die Orks waren rasch getötet, die Pferde bald wieder eingefangen.
Aber nun war klar, warum nur ein gutes Dutzend Orks die Gefährten im Hohen Haus angegriffen hatten. Unterwegs würden sie wahrscheinlich immer wieder in Hinterhalte geraten, die sie früher oder später aufreiben sollten.
Gegen Mittag kehrten die Freunde im Gasthaus zur letzten Brücke, gelegen am Weißquell, ein. Neben ein paar Hobbits trafen sie auch auf die Fahrenden Ursa und Wallgren, die sie vor ein paar Wochen am Rande der Kaltöden getroffen hatten.
Am nächsten Morgen soll die Reise weitergehen. An der Wetterspitze vorbei nach Bree. Dort müssen dann Galadhil, Ogtaba, Broca, Tarthalion, Menelcar und Sibroc ihre Entscheidung treffen…

MERS Caranguls Schatten Teil 6: Besuch in Leet

Die unzähligen Wochen in Bruchtal zogen sich dahin. Während der junge gondorianische Krieger Tarthalion seine Freunde in den Kaltöden wusste, wurde ihm die Zeit lang zwischen den unsterblichen Elben. Er beschloß nach Leet zu Reise, an den Ort seiner bisher größten Taten. Der April des Jahres 3011 DZ war endlich einmal ein schöner Monat ohne Eis und Schnee. Die dreieinhalb tägige Wanderung bis in den Brandkessel war angenehm und brachte Tarthalion auf andere Gedanken. Der Wirt des Gasthauses in Leet freute sich sehr, den Trolltöter wiederzusehen. Die Befreiung Eliseras aus den Händen der Orks hatte der kleinen Stadt bisher keine weiteren Probleme eingebracht. Ruhe und Frieden begleiten das tägliche Leben.
Am nächsten Morgen zog der Krieger weiter nach Süden um Onthar, den dunländischen Clanführer, den Vater Eliseras, zu besuchen. Das hohe Haus taucht schon gegen Mittag am Rande der Nebelberge auf. Die Leute empfingen ihn freundlich, führten ihn gleich zu Onthar, der sich im heftigen Streit mit seiner Tochter befand.
Beim gemeinsamen Mittagsmal wurde der Grund für den Streit deutlich: Elisera wollte, wie schon so oft nach ihrer Befreiung, ihrer Ziehvater Urzak treffen. Ihr fiel es schwer sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Obwohl sie Onthar schätzt, vermisst sie Urzak und ihr füheres Leben.
Nur konnte ihr der Clansmann diesmal keine Männer zur Begleitung mitgeben, weshalb er ihr das Treffen untersagte.
Da kam nun unser junger Krieger zu rechten Zeit. Tarthalion bot Elisera seine Hilfe an. Die Abreise wurde für den nächsten Morgen vorbereitet. Kurz nach Sonnenaufgang ritten die beiden am Rande des Nebelgebirges zu den Ruinen einer alten kleinen Bergfestung. Hier wartete Urzak bereits auf seine „Tochter“. Der alte Orkkrieger bot immer noch eine imposante Erscheinung. Die beiden verbrachten den Tag in einer kleinen Holzhütte im Inneren der Ruine, während Tarthalion die Gegend im Auge behielt. Alles blieb ruhig. Gegen Abend ging Urzak zurück in die Berge. Elisera und Tarthalion würden erst am nächsten Morgen wieder aufbrechen. Der Abend am Feuer verlief ruhig und das Gespräch mit Elisera war angenehm. Die junge Frau erzählte ihm vom Leben bei den Orks, von ihren Problemen mit Onthar und wie schwer ihr die neuen Verhältnisse fielen.
Nach einer ruhigen Nacht folgte die unangenehme Überraschung im Morgengrauen. Orks griffen die beiden an, sechs an der Zahl. Tarthalion freute sich über diese Abwechslung, war aber auch erstaunt welch gute Kriegerin die damals ängstliche, zurückhaltende Elisera inzwischen war. Sie kämpfte unbarmherzig und gnadenlos mit dem Krummschwert im Stile der Orks, wie sie es offensichtlich von Urzak erlernt hatte. Es dauerte nicht lange und fünf Orks lagen tot dahingestreckt. Den sechsten schwer verwundeten Ork, verhörte die junge Frau. Sie seien vom Häuptling geschickt worden, Elisera zutöten, um damit Urzak sein Liebstes zu nehmen und Rache zu üben für das Scheitern des großen Bündnisses mit den Nordstämmen.
Den Valar sei Dank noch immer keine Ruhe und Einigkeit im Stamm. Ein Racheüberfall auf menschliche Siedlungen wie Leet schienen damit in weiter Ferne zu liegen.
Nachdem Tarthalion Elisera zurückgebracht hatte, zog es ihn doch wieder nach Bruchtal. Vielleicht waren seine Gefährten ja schon zurück. Neue Aufgaben würden sie dann sicherlich bald wieder in die Welt hinaus führen. Wie schön.

MERS Caranguls Schatten Teil 5: Iffgulds Festung

Der Aufenthalt in Bruchtal war viel zu kurz. Nach einer Woche rückte schon der letzte Abend heran. Ein letztes Gespräch mit Elrond an diesem wunderschönen Abend auf dem Balkon, brachte nichts Neues. Margils Zustand war unverändert. Seine Aufzeichnungen, zurückgelassen in Iffgulds Festung, der einzige mögliche Anhaltspunkt für Caranguls Aufenthaltsort. Ein neuer Gefährte würde sich Broca, Ogtaba, Sibroc und Galadhil anschließen: ein etwas merkwürdiger Vogel namens Barukh, der eine Eule seinen Begleiter nennt. Der Abend blieb nicht so ruhig wie erwartet. Ein Sperlingspärchen belauschte die Freunde. Dank der Aufmerksamkeit der Eule und Ogtabas Fähigkeit mit Tieren zu sprechen, konnte die Hexe, die der Gruppe schon oft zuschaffen gemacht hatte, als Auftraggeber enttarnt werden.
Der Aufbruch der Gefährten in Richtung Ettenöden erfolgte rasch am nächsten Morgen. Die erste Station auf ihrem Weg sollte das Hohe Haus von Brin und Lot sein, der Ort der Ruhe und Behaglichkeit, der ihnen auf dem Weg zurück nach Bruchtal mit Margil bereits als Unterkunft in der Wildnis gedient hatte. Galadhil führte die Freunde zügig und fehlerlos.
Doch welch unangenehme Überraschung hielt dieser Abend für sie bereit. Das Haus wurde von Orks überfallen, die Bewohner grausam niedergemetzelt. Vorsichtig drangen die Gefährten über den Wehrgang in das Gebäude ein, auf der Suche nach Überlebenden. Barukh stieß im Schlafgemach der Dunedain auf die völlig verwirrte und verrückte Brin, die ihn sofort mit einem Langdolch attackierte. Sein Leben in Gefahr sehend übernahmen Barukhs Instinkte die Oberhand. Er verwandelte sich in einen Bären und biß Brin den Kopf ab. In seiner Raserei griff er den heranstürmenden Galadhil an, biß ihn in den Schwertarm. Ein Schlafzauber Sibrocs beruhigte den Bären, bis dieser sich wieder in Barukh verwandelte. Die Gruppe war entsetzt, welch ungewohnte Gefahr ihr neuer Gefährte bedeuten konnte. Es brauchte lange bis sich die Gemüter wieder abkühlten. Die Nacht war kurz genug.
Am nächsten Morgen bestatteten sie die Toten um sich dann sofort wieder auf den Weg nach Norden zu machen, immer noch in Gedanken an die erstaunlichen Fähigkeiten Barukhs.
Die Reise verlief schnell und ereignislos bis an die Furt über den Weisquell die den Schritt in die Ettenöden bedeutete.
Jederzeit mit einem Überfall oder einer Falle ihrer Feinde rechnend, erblickten die Freunde an diesem Abend ein Feuer in der Dunkelheit. Broca schlich sich an das Lagerfeuer heran, beobachtete einen Mann und eine Frau, die ein Zelt aufgeschlagen hatten und einen Braten über dem Feuer drehten. Scheinbar Wanderer oder Händler. Nachdem der Hobbit zurückgekehrt war, beriet die Gruppe was zu tun sei. Uneinig über das weitere Vorgehen, ging Barukh auf das Feuer zu. Freundlich von den beiden empfangen, die sich als die Fahrenden Ursa und Wallgren vorstellten, nahm er Platz und auch der Hobbit, eine angenehme Mahlzeit witternd trat hinzu. Irgendwann näherte sich auch der skeptische Galadhil. Ogtaba und Sibroc hielten sich im Wald verborgen.
Für Barukh und Broca war es eine angenehme Nacht. Galadhil hat kaum ein Auge zu getan. Am nächsten Morgen trennte man sich. Die Gruppe zog endlich über den Weisquell. Nach einem halben Tag kam Iffgulds Festung in Sicht. Der Winter schien wieder zurück gekehrt zu sein. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machten den Freunden arg zu schaffen. Dank Sibrocs magischen Fähigkeiten überstanden sie die Nacht, um am nächsten Morgen nachdem der Frostriese seine Festung verlassen hatte, in die selbige einzudringen.
Erstaunlicherweise stieß die Gruppe auf keinerlei Schwierigkeiten. Nach drei Stunden Suche fanden sie Margils Aufzeichnungen. Dann flohen sie rasch zurück nach Bruchtal. Stetig mit einem Überfall rechnend, rasteten sie kaum bis die Gefährten im hohen Haus ankamen. Hier nun ruhten sie und sahen die Aufzeichnungen durch.
Die in der schwarzen Sprache abgefaßten Papiere enthielten Tätigkeitsberichte für Carangul. Zwischendurch waren immer wieder kurze Passagen in Adunaisch geschrieben, schnell krakelig und voller Angst. So erfuhr die Gruppe folgendes:

Carangul soll sich derzeit in Tharbad aufhalten.
Zwei seiner Hexen bereiten für ihn das Terrain in Fornost.
Sein Weg soll ihn dann weiter zur ehemaligen Hauptstadt von Angmar, Carm Dum, führen.
Zwei Hexen haben sich von Anfang an um Margil gekümmert, eine trägt den Namen Latha. Sie befehligen ca. 60 Orks. Ein Halbork namens Ogrod führt die Gruppe.
Der weitere Weg wird die Gefährten zuerst einmal zurück nach Bruchtal führen, um auch Elrond zu informieren. Vielleicht hat der hohe Elb noch andere Neuigkeiten für sie.
Wohin wird die Freunde das Schicksal dann führen: Tharbad oder Fornost, die alte Königsstadt?

Mae Minuial Ogtaba, Galadhil, Broca, Sibroc,

Eure schnelle, kraftraubende Rückreise aus den Ettenöden hierher ins Hohe Haus hat Euch vorläufig in Sicherheit gebracht. Die Aufzeichnungen Margils lieferten Euch einige Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort Caranguls in Tharbad oder Fornost.
Gegen Morgen werden Wolf und Eule unruhig. Ein Blick vom Wehrgang aus, zeigt Euch schnell warum: Orks haben das Hohe Haus im Morgengrauen umzingelt. Besonders gut aufgestellt sind Eure Feinde in Richtung der Furt nach Bruchtal.
Wie wollt Ihr dieser Gefahr begegnen? Werden Euch Eure Freunde Menelcar, Tarthalion und Dwalin zu Hilfe kommen?

In Erinnerung an Brin und Lot, Herrin und Herr des Hohen Hauses

MERS Caranguls Schatten Teil 4: Zurück nach Bruchtal

Nachdem die Gefährten Margil gefangen haben, wird einer der Waldläufer zusammen mit Brocca und Tarthalion zurück nach Bruchtal geschickt, um den Freunden mit Hilfe entgegen zu kommen. Ogtaba, Dwalin, der Wirt und der Waldläufer Brandir verbringen eine unruhige Nacht.
Im Morgengrauen naht von unerwarteter Seite Hilfe. Menelcar und Sibroc sind ihren Freunden schnellstmöglich gefolgt; begleitet von den Dunedain- Waldläufern Galadhil und Theorel. Gemeinsam mit dem Barden Oderic treffen sie in der Wegherberge ein.
Kurz nach Sonnenaufgang wird die Gruppe von acht Orks, großen mächtigen Kriegern unter der Führung einer jungen Hexe, die der getöteten Brin sehr ähnlich sieht, angegriffen. Nicht ohne Mühe kann der Angriff abgewährt werden. Galadhil wird lebensgefährlich verletzt. Die Hexe und vier Orks entkommen.
Während sich der Schamane Ogtaba um den verletzten Dunadan kümmert, rüsten die Gefährten zum Aufbruch. Gegen Mittag beginnt die lange beschwerliche Reise zurück nach Bruchtal, querfeldein durch die Kaltöden.
Geführt von Brandir kommen alle nach zwei Tagen erschöpft und müde zu Lot und Brins Hohem Haus, einer kleinen Trutzburg inmitten der Einöde. Das Haus ist seit Generationen in Besitz einer Nebenlinie eines alten Rhudaurschen Adelsgeschlechts. Hier finden sie freundliche Aufnahme, Unterkunft und Verpflegung für die Nacht. Margil macht unterwegs keinerlei Schwierigkeiten. Er scheint ganz in sich versunken und teilnahmslos.
Mit den ersten Strahlen der Sonne am nächsten Morgen machen sich die Gefährten auf ihre letzte Etappe zur Furt über die Lautwasser. Ein gefährlicher Ort, ideal für einen Hinterhalt. Noch rechtzeitig ihre Feinde bemerkend umgehen die Freunde die Furt und überqueren den Fluß weiter östlich.
Den Feind im Nacken erreicht die Gruppe die Grenzen von Bruchtal. Endlich in Sicherheit.
Was weiß Margil? Ist Elrond in der Lage den abtrünnigen Waldläufer aus seiner Lethargie zu befreien? Was werden die nächsten Schritte sein? Was wird der Feind unternehmen?

Werte Freunde Broca, Menelcar, Ogtaba, Sibroc, Galadhil, Dwalin und Tarthalion,

seit ein paar Tagen seit ihr nun zurück und brachtet Margil hierher nach Imladris. Ich hoffe Ihr konntet Euch von den Strapazen der Reise erholen. Denn Ihr müßt noch einmal diesen Weg gehen.
Viele Stunden habe ich versucht mit meinem alten Freund zu reden. Stunden die zur Qual wurden, für uns beide. Die Kraft, die seinen Geist beherrscht ist groß und mächtig. Carangul kontrolliert ihn noch immer. Obwohl Margil dagegen ankämpft, kann er ihm immer noch nicht Herr werden. Er macht kleine Fortschritte; die vertraute Umgebung tut ihm wohl. In lichten Momenten hat er nur eine Sorge: seine Aufzeichnungen, die noch immer in seinen Räumen in Iffgulds Festung liegen.
Ihr nun müßt sie holen, bevor dem Feind die Schriftstücke in die Hände fallen. Margils Worte lassen hoffen, das sein Tagebuch wichtige Informationen über Caranguls Aufenthaltsort und seine Verbündeten enthalten.
Werdet Ihr die gefährliche Reise noch einmal wagen? Den Schergen des Roten Hexers erneut entgegentreten?

Möge Euch Euer Mut nie verlassen

Elrond

MERS Caranguls Schatten Teil 3: Die alte Herberge

Endlich sind auch Broca, Tarthalion und Ogtaba aus Leet zurückgekehrt mit einem neuen Gefährten an ihrer Seite: Dwalin, Khazad aus den Blauen Bergen. Leider waren Sibroc und Menelcar nicht in Bruchtal. Nach eingehenden Beratungen mit Elrond entschloss sich die Gruppe Margils Spur in die Ettenöden baldmöglichst zu folgen. Ziel ist Iffgulds Festung, eine alte Dunedain Verteidigungsanlage, die heute von einem Frostriesen bewohnt wird, der sich die Herrschaft über die Ettenöden ertrotzen will. In ihm hätte Margil einen mächtigen Verbündeten, wenn die Gerüchte stimmen.
Bedauerlicherweise wollte niemand sich den Freunden anschliessen. Und so machten sich Broca, Tarthalion, Ogtaba und Dwalin allein bei mildem Winterwetter auf den beschwerlichen Weg über die alte Oststraße Richtung Nebelgebirge. Weiter führte sie ihre Reise an den Ausläufern des Nebelgebirges Richtung Norden auf die Lautwasser zu.
In einem Waldstück stiessen sie auf eine alte kleine Siedlung, die gerade von Orks überfallen wurde. Leider konnten sie nur noch ein altes Waldarbeiten Ehepaar retten, die ihnen zum Dank Unterkunft für die Nacht anboten und sie an ihrem bescheidenen Mahl teilhaben liessen.
Nachdem die Gefährten am nächsten Tag die Lautwasser überquerten, folgten sie der vergessenen Dunedain- Straße durch die Kaltöden weiter Richtung Norden.
An einem Abend hatten sie das Glück auf eine halbverfallene Herberge zu treffen, die offensichtlich noch unterhalten wurde in dieser valarverlassenen Gegend. Eine willkommene Abwechslung auf ihrer schneereichen Reise. Trotz einiger Skepsis betrat die Gruppe das Gasthaus, nachdem der jugendliche Tarthalion einfach kurzentschlossen die Tür öffnete.
Welch angenehme Wärme umfing die Freunde im Inneren und endlich auch wieder menschliche Wesen in dieser Einöde. Der Wirt lud sie freundlich ein zu bleiben. Auch zwei Waldläufer hatten hier Unterkunft genommen. Und auch ein alter Mann und eine junge Frau wollten bei Wein und Brot die winterliche Kälte draussen vergessen.
Tarthalion lud seine Freunde zum Essen ein und sprach dem selbstgebrannten des Wirtes gut zu. Der einzige, der sich unwohl fühlte war Ogtaba. Vielleicht kein Wunder, durfte er doch nur bleiben, weil sich der alte Mann für ihn beim Wirt verwendet hatte. Doch gerade dieser Mann und seine Begleiterin erregten seine Aufmerksamkeit. Seinem Bauchgefühl folgend verließ er das Wirtshaus um sich in die Geisterwelt zu begeben, herauszufinden welches Geheimnis diesen Ort und seine Bewohner umgab. Die dunkle Präsens die Ogtaba entdeckte gefiel ihm gar nicht. Sie ging von der jungen Frau und ihrem Begleiter aus und von den Resten eines alten Stalles. Leider wurde auch die junge Frau auf ihn aufmerksam.
Auch Broca glaubte mittlerweile das etwas nicht stimmte. Seine Skepsis wuchs als sich ihnen die junge Frau vorstellte als Brin und ihren Begleiter als Lot. Bis der Hobbit den Mann plötzlich wiedererkannte. Ja es war Margil, stark gealtert. Aber ohne Zweifel der abtrünnige Waldläufer, den sie suchten. Was war nun zu tun?
Mit List und Tücke verliessen sie das Wirtshaus, um ihre Erkenntnisse auszutauschen und einen improvisierten Plan zu entwickeln. Die Freunde wollten versuchen, auf dieHilfe der Waldläufer hoffend, ihre beiden Feinde zu überwinden. Ogtaba blieb verschwunden. Was noch niemand wußte, der Schamane hatte Orks im Stall entdeckt, diesen verbarrikadiert und versuchte nun das alte Gebäude anzuzünden.
Nachdem Broca, Tarthalion und Dwalin in die nun nicht mehr anheimelnde Gaststube zurückgekehrt waren, gerieten sie schnell unter den Bann der jungen Frau, die allerdings durch Ogtabas Aktivitäten in der Geisterwelt abgelenkt wurde.
Plötzlich fiel der Bann von den Freunden ab. Sie führten die Hände an ihre Waffen um endlich diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Als die Wirtshaustür aufflog und ein zornentbrannter Ogtaba auf die junge Frau losging. Ein heftiger Kampf entbrannte. Und leider kämpften die beiden Waldläufer auf der Seite von Brin und Margil.
Es kostete die Gefährten viel Blut und Schweiß bis Brin tot am Boden lag, Margil lebensgefährlich verletzt zusammensackte und der Bann auch von den Waldläufern abfiel, die sofort die Waffen niederlegten.

Endlich vollbracht: Margil, die Marionette des roten Hexers Carangul, lebend in ihrer Hand. Doch was nun? Die Orks im Stall brannten. Hatten Margil und Brin dennoch Hilfe herbeirufen können? Wußte ihr Feind, das sie Margil hatten?
Ein Plan war schnell gefaßt: Margil wurde mit Ogtabas Heilkräften und der Hilfe der Waldläufer, so weit wieder hergestellt, das er am nächsten Morgen würde reisen können. Auch die eigenen Wunden wurden versorgt. Einer der Waldläufer wurde noch in der Nacht Richtung Bruchtal geschickt um den Gefährten mit Hilfe schnellstmöglich entgegen zukommen. Auch der Wirt würde sich den Freunden am nächsten Morgen anschliessen. Dann fand die Gruppe endlich Ruhe. Die Nachtwache teilten sich Dwalin und Tarthalion.
Wußte der Feind Bescheid? Hatte er bereits Orks geschickt zu Margils Rettung? Würde der Waldläufer durchkommen? Werden die Gefährten ihre Flucht zurück nach Imladris schaffen? Und was weiß Margil? Wie groß ist die Gefahr für die freien Vöker?

MERS Caranguls Schatten Teil 2: Das Felsengrab

Das rauschende Fest, das Onthar gegeben hatte nach der glücklichen Rückkehr seiner Tochter Elisera, war vorbei. Vater und Tochter reisten mitsamt Gefolge ab. Und auch Sibroc und Menelcar machten sich auf den Weg nach Bruchtal um Elrond von den neuesten Ereignissen zu berichten.

Gegen Mittag kam ein junger schwer verletzter Zwerg nach Leet in den Brandkessel. Nach einigem Zögern und unter einem Schwall von Flüchen heilte der Schamane Ogtabar den verhassten Zwerg. Dwalin erwies sich als äußerst dankbar, bezahlte er doch für ein ausgezeichnetes Abendmahl.
Er brauche Hilfe erklärte er Broca, Thartalion, Ogtabar und Celebeth. Er komme aus den blauen Bergen; sei auf der Suche nach einem alten Familienerbstück seines besten Freundes und suche ein altes dunländisches Felsengrab. Als Lohn für ihre Hilfe bot er den Freunden eine sehr alte Karte des Nordens von Mittelerde an, um die Eisbucht von Forochel.

Also machten sich die Gefährten am nächsten Morgen erneut auf ins Vorgebirge der Nebelberge. Das verborgene Tal in dem sich das Grab befinden sollte, war schnell gefunden. Bewacht wurde es an seiner Grenze lediglich von einer Statue eines hockenden Mannes. Der Orkschamne Ogtabar faszinierte die Figur und die anderen erkannten eine enorme Ähnlichkeit zwischen ihrem Freund und dem Puckelmann.
Das Innere des Tales wurde von drei Steintrollen geschützt.

Es dauerte einige Zeit bis sich der Eingang zum Felsengrab offenbarte und Ogtabar ihn mit Hilfe seiner Gesänge öffnen konnte. Durch Wasser und Feuer führte die Gefährten ihr Weg an das Grab des dunländischen Fürsten, das sich mittlerweile ein Unhold als Wohnort ausgesucht hatte. Ein gefährlicher Kampf ließ Broca und Dwalin verzweifelt fliehen, ließ Thartalion am Ende von Angst gelähmt zurück und ließ Ogtabar mit einem letzten verzweifelten Kraftakt den Unhold töten.

Den Hammer und einige andere Kostbarkeiten gefunden gingen die Gefährten zurück nach Leet. Die Karte als Lohn würde ihnen nun der lange harte Weg in die Ettenöden bevorstehen, um der Spur Margils zu folgen.
Zuvor führt die Reise allerdings nach Bruchtal, in der Hoffnung, die für sie unleserliche Karte, deuten zu lassen und sich mit ihren Freunden Sibroc und Menelcar wieder zu vereinigen.

Werden die Gefährten in Iffgulds Festung wieder auf Margil treffen?

MERS Caranguls Schatten Teil 1: Elisera gerettet

Der Weg ins Nebelgebirge war hart und gefährlich. Erschöpft, teilweise schwer verletzt kam die Gruppe auf dem bewaldeten Hochplateau in der Nähe der Orkhöhle an. Eine alte Bärenhöhle diente ihnen als Unterschlupf. Doch was nun? Broca durch einen Orkpfeil verwundet, Celebeth in der Nacht bei einem Patrouillengang verschwunden, schwand die Motivation unserer Helden rasch.
In dieser hoffnungslosen Lage kam ihnen ihr alter Freund, der Dunadan- Magier Sibroc, zu Hilfe. Er war ihnen auf ihrer Fährte gefolgt, begleitet von Ogtaba, einem Wasa, der unter Orks aufgewachsen ist, dessen Schamane er werden wird. Ogtaba heilte Brocas Wunde und erklärte sich bereit mit den Orks zureden, um irgendwie die Freilassung Eliseras zu erwirken.
Unterwegs zur Orkhöhle fanden de Freunde Celebeth, schwer verwundet, dem Tode nahe.
Als Ogtaba den Elben geheilt hatte, erfuhren sie vom bevorstehenden Zusammenschluß der Nord- und der Südorks. Elisera sollte als Geschenk an Margil gehen, der diesen Zusammenschluß im Auftrag Caranguls arrangierte.
Nun war Eile geboten, da der Häuptling der Südorks, von den Verhandlungen mit Margil täglich zurück erwartet wurde, um Elisera zu holen.
Ogtaba sprach mit dem Schamanen des Stammes Iurgor. Er erreichte schließlich bei General Urzak, dem Ziehvater von Elisera, die er als Kind geraubt hatte, die Freilassung. Urzak bat den Wasa regelrecht Elisera zu ihrem leiblichen Vater zurückzubringen; da er sie nicht in Margils Hand wissen wollte, die Hände eines Sippenmörders.
Auf leichteren Pfaden, die ihnen der General gezeigt hatte, floh die Gruppe zurück nach Leet, wo die Freunde nach 2 1/2 Tagen Gewaltmarsch erschöpft ankamen.
Trotz einer ängstlichen Zurückhaltung auf beiden Seiten, wurde die Rückkehr der verlorenen Tochter begrüßt und natürlich mit einem großen Fest gefeiert.
Hoffentlich werden die Orks keine Rache an den Bewohnern von Leet nehmen. Aber Urzak hatte versprochen, das zu verhindern.
Nun, wie wird es für unsere Helden weiter gehen? Sie kennen nun den Aufenthaltsort Margils, eine alte Dunadan- Festung in den nördlichen Ettenöden. Sie wissen aber auch von den verlorengegangenen Palantiri des Nordens, von denen wahrscheinlich auch Margil weiß, die eine hervorragende Verbindung zu Sauron nach Mordor darstellen würden.
Wohin werden Broca, Sibroc, Ogtaba, Menelcar und Tharthalion ihre Schritte richten?

MERS Caranguls Schatten Einführung

Die MERS- Kampagne läuft seit Dezember 2007 und spielt im Nordwesten Mittelerdes.
Wir schreiben das Jahr 3011 des 3.Zeitalters. Zu den Haupt- SC’s gehören :

Menelcar, ein Dunadan aus Dol Amroth, der als Krieger Erfahrungen im Norden Mittelerdes sammeln möchte.

Celebeth, ein Sindar aus dem Düsterwald

Broca Tuk, eine Falbhaut aus dem Auenland

Sibroc, ein Dunadan aus Eriador, der nach jahrelangem Studium der arkanen Kräfte nach neuen Erfahrungen sucht.

Tarthalion, ein Krieger aus Gondor

Das erste Abenteuer Margils Haus hat die Gemeinschaft auf die Spur eines abtrünnigen Waldläufers geführt, der unter den Bann des roten Hexers Carangul geraten ist und mit einem kleinen Trupp Orks durch das nördliche Nebelgebirge zieht.
Nach Wintersonnenwende und Jahreswechsel, die die Freunde in Bruchtal verbracht haben, gab es Neuigkeiten von den Orks mit dem großen roten „C“. Ein Waldläufer namens Aragorn hat einen Trupp in der Nähe der kleinen Ansiedlung Leet, drei Tagesreisen südöstlich, gesehen.
Mitten im Winter machten sich Broca, Celebeth, Tarthalion und Menelcar auf um der Spur zu folgen.
In Leet trafen sie auf den dunländischen Clanführen Onthar, der nach seiner vor 17 Jahren von Orks entführten Tochter Elisera sucht.
Eine gute Belohnung in Aussicht machten sich die Gefährten auf den langen, beschwerlichen Weg ins Nebelgebirge um die einzige Tochter dem Vater zurück zubringen. Und vielleicht etwas über die Carangul Orks und Margil herauszufinden…

MERS Der Wilde König 4.Teil

Langsam ging die Sonne mit kraftlosen bleichen Strahlen über den Fluten des Anduin unter. Auf den Steinen am Ufer saß eine einzelne Gestalt, ein Seefahrer aus dem Süden, in mehrere Lagen Decken gewickelt und warf lange Schatten über den Kies.
Yusuf ist offensichtlich in Gedanken versunken und traurige Augen wechseln mit einer leichten Anspielung eines Lächelns ab.
,Was für eine armselige Sonne sie hier im Norden haben, oder liegt das an den Tausend Jahren über die Sibroc und Ogtaba immer sprechen? Kein wunder das einige Menschen beschlossen haben sich in Bären zu verwandeln. Ein Pelz passt viel besser zu diesem Wetter als Seidenhemden. Zum Glück sind wir der grausigen Kälte des Passes entkommen. Dank sei Sibroc mit seinen Wärmezaubern. Überhaupt ist es schön mit so einer guten Mannschaft zu fahren. Na ja, wenn ich die Blasen und Schwielen an meinen Füßen so sehe, sind wir mehr gelaufen als gefahren. Dieser Schnee muss doch besser zu bewältigen sein, als durch zu stapfen. Hat Kalidor nicht von diesen Dingern gesprochen, die von Hunden gezogen werden?. Ein Boot wäre gut; aber ein Boot braucht einen Kiel um die Richtung zu halten. Mit 3 Kielen würde es auch nicht umfallen und könnte über Wasser und Schnee fahren. Ein Schneesegler !!!!

Ich glaube ich gehe jetzt lieber zurück ins Dorf, vielleicht haben die anderen ein paar neue Ideen, wie wir schnell nach Leet zurückkehren können und wie wir das Wissen um das heilende Grab am besten Nutzen, um diesen Schwarzmagier endgültig zu erledigen. Hoffentlich müssen wir da nicht schon wieder mit Geistern hantieren. Ich bekomme schon Gänsehaut wenn Ogtaba mit seinen Wölfen rum hantiert. Dann lieber die Beute unseres guten Jägers verarbeiten und den immer hungrigen Hobbit füttern.‘

„Was für ein Glück, dass wir bei diesem Wetter nicht auf dem Pass festsitzen, sondern ganz gemütlich in diesem Dorf überwintern können. Abenteuer und Ehre und all das sind zwar schön und gut, aber die Gemütlichkeit einer guten Mahlzeit sollte man nicht zu gering schätzen! Zum Glück stellt sich Yusuf bei der Kocherei gar nicht so schlecht an. Nach diesem Winter wird er wissen, wie man einen Hobbit adäquat bekocht und meine Hosen werden endlich wieder aufhören zu schlackern.“ Der Hobbit schnuppert kurz und jubiliert innerlich. „Ah…Zeit für das Mittagessen! Es gibt doch nichts Besseres als Bratenduft, der durch die Luft weht.“ Er hält mit einer Hand den Bund seiner rutschenden Hose fest, als er in Richtung Küche trabt und dabei etwas zu laut rufend seine Gefährten zusammentrommelt.

…Beren litt seit seiner Geburt unter einem Fluch, dem Bärenfluch seines Clans. Sein Vater Angus nannte es so. Dunstan sah darin eher eine Gabe. Wenn der junge Königssohn die Kontrolle verlor, dann verwandelte er sich in einen Bären. Er unterschied in der Gestalt des Tieres nicht mehr zwischen Freund und Feind. Dunstan hatte herausgefunden, das es sich bei dem Fluch um ein uraltes Erbe ihres Clans handelte. Immer wieder hatten große Männer, diese Gabe besessen und zum Wohle des Clans eingesetzt. Nun war die Zeit an Beren, diese Gabe, die sich auf das alte geheimnisvolle Volk der Beorninger zurückführen ließ, beherrschen zu lernen zum Wohl seines Clans und des Landes, das er schon bald würde regieren müssen. Dunstan hatte weiter in Erfahrung gebracht, das die Beorninger auf der anderen Seite des Nebelgebirges leben sollten, am großen Fluss Anduin. Nun waren wir auf dem Weg dorthin, nachdem uns Ogtaba versichert hatte, das er Beren helfen konnte, den „Fluch“ vorläufig zu kontrollieren. Es steckten viele wunderbare ungeahnte Fähigkeiten in unserem Schamanen, der mich viel weniger erschreckte, seit dem er erkannte hatte, das er kein Ork war, sondern zum uralten Volk der Wasa gehörte, von denen nur Sagen und Legenden berichteten. Ogtaba hatte uns auch erklärt, wie wir hierher in die Vergangenheit des Nordwesten Mittelerdes gekommen waren. Niemand wollte ihm so recht glauben, außer vielleicht Sibroc, der die Geschichte wenigstens für Möglich hielt. Mir sagte mein Instinkt, das der Schamane die Wahrheit sagte: Wir sind über die Stufen des Tiefen Schlafes hinabgestiegen in die unendlichen Weiten der Traumlande, geführt von dem Traumreisenden Araw Alanakyn. Nach unzähligen Stunden, in denen wir ein Meer überquert und einen Wald durchwandert hatten, liefen wir durch einen Berg und kamen in einem kleinen befestigten Ort an, in Leet wie sich später herausstellte. Ogtaba wußte auch zu erzählen, warum man uns hierher gebracht hatte. Hier sollte Celgor Schwarzfaust zum ersten Mal in der Geschichte des Westens auftauchen. Wir bekamen somit die Möglichkeit herauszufinden, wie wir ihn endgültig würden vernichten können, nach dem er sich uns in Bar-en-Tinnen durch seine Flucht in die Geisterwelt entzogen hatte.
Doch im Augenblick hatten wir ein dringenderes Problem. Wir mussten den Belagerungsring der Orks durchbrechen, um nach Süden Richtung Bruchtal zu fliehen und weiter über den Hohen Pass das Nebelgebirge überqueren. Doch das schien unmöglich. Die Taktiker und erfahrenen Kämpfer unserer Gruppe begannen einen Plan auszuarbeiten. Da ich von solchen Dingen nicht viel verstand, machte ich mich auf den Weg zu den Palisaden, um einen Blick auf unseren Feind zu werfen. Ich hatte schon oft gegen Orks gekämpft, gemeinsam mit den anderen. Nicht nur gegen eine Handvoll, sondern auch gegen größere Trupps. Doch noch immer machten sie mir Angst. Ihr Geruch stieß mich ab, ihre Hässlichkeit erschreckte mich und ihr ungeheurer Kampfgeist ließ immer wieder panische Angst in mir aufsteigen. Die Orks waren immer wieder in meinen Alpträumen aufgetaucht. Aber wenn ich ihnen einmal gegenüber stand, gewann plötzlich mein Überlebensinstinkt und die Angst um meine Freunde die Oberhand. Dann wurden meine Hände ruhig und mein Verstand klar und meine Schleuder zu einer tödlichen Waffe. Aber was ich jetzt sah, überstieg meine Vorstellungskraft. Wohin ich auch blickte, überall lagerten Orks. Hoffentlich fanden die meine Gefährten einen Weg aus dieser tödlichen Falle.
Als ich in die Schenke zurück kam, war ein Plan gefasst worden und sollte im Morgengrauen umgesetzt werden. Kalidor, unser erfahrener Söldner- niemand wußte in wie vielen Schlachten er schon gekämpft hatte, denn darüber schwieg er sich aus- erklärte mir unser Vorhaben: Bei Tagesanbruch würden drei Reiter, geführt von Dunstan, in den Clansfarben des Bären, durch das Südosttor die Belagerungsreihen durchbrechen. Ogtaba würde sie durch Nebelzauber unterstützen, ihre Flucht verschleiern. Die Hoffnung bestand darin, das die Orks ihnen folgen würden, in dem Glauben den Königssohn in ihre Hände bekommen zu können. Wir würden unterdessen aus dem Nordwesttor fliehen, uns Richtung Westen wenden, um dann an einer Waldschneise entlang auch nach Süden zu gelangen. Der Plan klang gut in meinen Ohren. Dennoch blieb mein Schlaf in dieser Nacht unruhig.

Yusuf weckte mich kurz vor Morgengrauen. Mein Rucksack war bereits gepackt. So bleib mir mehr Zeit für ein Frühstück. Ogtaba war mit Dunstan und zwei weiteren Männern bereits zum Südosttor gegangen. Wir anderen gingen nun mit Beren zum Nordwesttor. Dann kam Bewegung in die Orks. Das Heer teilte sich. Eine Hälfte ging nach Süden um Dunstan und seinen Männern zu folgen. Die andere Hälfte zog in Eile nach Norden, um eine Ausfall am anderen Tor zu verhindern. „Verdammt die Tiere sind klüger als wir dachten!“ hörte ich Menelcar neben mir fluchen. Dann improvisierten wir, wie Kalidor es nannte. Doch ich war mir sicher, das er dieses Problem eingeplant hatte. Yusuf brachte mit Tarthalion eine Leiter auf die Pallisade. Nun gingen wir eben direkt über den Schutzwall. Inzwischen war auch Ogtaba wieder da. Er ließ, singend und gestikulierend einen Nebel aufziehen, der uns Deckung gab. Wir schafften es tatsächlich ungesehen das belagerte Leet zu verlassen. Nun waren wir auf der Flucht. Hoffentlich schnappten sie Dunstan und seine Männer nicht so schnell. Hoffentlich fanden sie nicht so bald unsere Spuren. Doch noch ahnten wir nicht, welche Dunkelheit uns bald schon jagen sollte…

MERS Der Wilde König 3.Teil: In einer anderen Zeit, an einem anderen Ort

…Mir ist ja so kalt. Seit zwei Tagen sind wir nun schon auf diesem Pass. Der Winter steht vor der Tür. Und niemand weiß genau, wie lange wir zur Überquerung des Nebelgebirges noch brauchen. Die Sonne ist schon vor Stunden untergegangen. Endlich haben wir wieder eine der Höhlen
gefunden, die den Reisenden als Unterkunft gelten sollen. Den Valar sei Dank, liegt hier genug Holz aufgestapelt um die ganze Nacht ein Feuer zu unterhalten. Dann ist es wenigstens warm.

Während Yusuf sich ums Feuer und seine Suppe aus irgendwelchen Wurzeln kümmert, kauer ich, in meine Decke gehüllt, an der Höhlenwand und versuche die Kälte und die Schmerzen aus meinen Knochen zu vertreiben. Den ganzen Tag auf den Beinen und nichts weiter im Magen, als ein
bisschen Trockenfleisch und Dörrobst. Das hält doch kein Hobbit aus. Kalidor und Tarthalion verhängen den Eingang mit der Zeltplane, die der Söldner, der immer gut vorbereitet ist, in seinem Gepäck hat. Dann breitet sich langsam ein bisschen Wärme in unserer Unterkunft aus.

Geredet wird nicht viel. Gegessen noch viel weniger. Unsere Vorräte schwinden schnell. Keiner weiß wie lange sie noch halten müssen. Ich kaue lustlos auf einem Stück Fleisch und träume mich in mein Zuhause zurück.

„Gib mir deinen Becher, Broca“, fordert mich Ogtaba auf. Ich brauche einen Augenblick um wieder in die Realität zurück zu finden. „Ich bringe dir etwas von Yusufs Gebräu.“ „Danke“, murmelte ich geistesabwesend. Kurz darauf halte ich den warmen Becher zwischen meinen Händen. Ein
angenehmer Geruch von mir unbekannten Kräutern steigt in meine Nase. Langsam nehme ich einen Schluck, während sich Ogtaba neben mir nieder lässt. Das Gebräu weckt tatsächlich die Lebensgeister. Es erfüllt meinen Körper mit Wärme und bringt mir etwas von meiner Kraft und meinem Optimismus zurück. Ogtaba scheint sich in seine Welt geflüchtet zu haben. Yusuf spricht wie immer in großen Worten über den warmen Süden und das Meer. Der pragmatische Kalidor denkt laut unseren Weg voraus. Er findet in Sibroc und Skutilla, der uns anfangs noch mit frischem Fleisch versorgen konnte, aufmerksame Zuhörer. Tarthalion sitzt gedankenverloren am Feuer, während sich die Dunländer Dunstan und Beren, die wir über den Pass bringen sollen, von den anderen abgesondert unter ihre Decken verkrochen haben. Jeder wird auf seine Art mit den Strapazen fertig. Dennoch tut es gut, in diesen schweren Stunden nicht allein zu sein. Sie sind mir alle in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Hoffentlich schneit es nicht so bald, schießt es mir plötzlich in den Kopf. Das würde den Weg nur noch schwerer machen.

Während ich einen Schluck aus meinem Becher trinke, frage ich mich, nicht zum ersten Mal, wie wir in diese Situation geraten konnten.

Es ist noch keine Woche her, als wir noch in Bar-en-Tinnen saßen und das Leben genossen, nachdem wir den dunklen Kult der Edain in Arthedur vernichtet und Celgor Schwarzfaust, einen schwarzen Druiden, besiegt hatten. Am Morgen nach unserer Siegesfeier erwachten wir in fremden
Betten in einem anderen Gasthaus, in einer anderen Stadt, in einem anderen Land, in einer anderen Zeit unter Belagerung von zweihundert Orks. Es hatte uns in den Brandkessel nach Leet in Rhudaur in die Westausläüfer des Nebelgebirges in den Herbst des Jahres 1350 des dritten Zeitalters verschlagen. Niemand wußte wie und warum wir hier her gekommen waren, mitten in die politischen Unruhen im Kampf um dieses Land, den die Dunländer und Hügelmenschen scheinbar gegen die Dunedain gewonnen hatten, allerdings ohne wirklich zu wissen, wen sie sich mit den Angmarim, den dunklen Verbündeten aus dem Norden, ins Land geholt hatten. Manchmal kann es eine Wohltat sein einen gebildeten Zauberer unter seinen Gefährten zu haben.

Schon bald stellte sich heraus, dass die Orks, die die Stadt belagerten, hinter vier Dunländern her waren, die sich gerade noch hinter die Palisaden retten konnten. Dunstan, ein älterer Clansmann im Dienste des Königs Angus versuchte dessen Sohn Beren über das Nebelgebirge zu bringen. Er wurde begleitet von dem Clankrieger Godfrey, der kurz nach der Ankunft in Leet seinen Verletzungen erlag und der Clankämpferin Nile. Wenn wir geahnt hätten, worauf wir uns einlassen würden, wenn wir die Dunländer übers Gebirge bringen, hätten wir den lukrativen Auftrag bestimmt abgelehnt. Aber dafür war es dann irgendwann zu spät…