Cubicle 7 hat ein neues Quellenbuch für ‚TOR‘ angekündigt, der ‚Erebor‘ kommt:
http://cubicle7.co.uk/the-one-ring-roleplaying-game-erebor-the-lonely-mountain/
Cubicle 7 hat ein neues Quellenbuch für ‚TOR‘ angekündigt, der ‚Erebor‘ kommt:
http://cubicle7.co.uk/the-one-ring-roleplaying-game-erebor-the-lonely-mountain/
In Kürze veröffentlicht Cubicle 7 Karten zu ‚Der Eine Ring‘:
http://cubicle7.co.uk/the-one-ring-journeys-and-maps-coming-soon/
Der Verlag Cubicle 7 gibt bekannt, das es ab Sommer 2016 eine Version des ‚The One Ring‘- RPG für die aktuellen Regeln der 5.Edition D&D geben wird:
…nach dem die Gefährten den Händler Baldor aus einer von Spinnen bewohnten Festung mitten im Düsterwald befreit haben, sollte die Reise auf dem Elbenpfad gestern weitergehen. Doch über Nacht war der Hobbit Foscu verschwunden. Lediglich eine kleine Blutspur führte in den Düsterwald.
Ralof, Grimhild, Paladin Guthleib, Onar, Thoin und Arina versuchten der Spur zu folgen, während Baldor und sein Sohn Belgo die Ponys zurück auf den Elbenpfad führten und ihren Weg nach Westen fortsetzten. Später hoffte man sich wieder zu begegnen.
Leider mussten die Freunde die Suche nach ihrem Gefährten erfolglos aufgeben. Aufmerksam kamen sie weiter ihrer Aufgabe nach den Händler auf seiner Reise zu beschützen.
Ein paar Tage bevor sie auf das Waldtor treffen würden, fanden sie in einem uralten Baum eine Behausung, die durchwühlt war. Der Bewohner, wahrscheinlich ein Waldmensch, wie die Schnitzereien an den Wänden nahelegten, war offensichtlich niedergeschlagen (Blutspur) und verschleppt worden (Schleifspur).
Rasch setzten sie ihren Weg fort. Unterwegs teilten sie ihr Wissen und kamen zu dem Schluss, das sowohl Foscu wie auf der Waldmensch von Wilden Menschen entführt worden waren. Wahrscheinlich wollten man sie als Sklaven verkaufen.
Ein paar Stunden vor dem Ende ihrer Reise stießen die Gefährten auf einen Sklavenmarkt am nordwestlichen Rand des Elbenwaldes. Viglundinger versuchten mit den Wilden Menschen ins Geschäft zu kommen.
Während die Beorningerin Grimhild mit ihrer Seelengefährtin Arina, einer Waldmenschin, Baldor und Belgo ins Östliche Gasthaus brachten, erkundete der Halbling Paladin vorsichtig den Sklavenmarkt. Er fand heraus, das die Wilden Menschen vier Personen, den Hobbitgefährten, einen alten Waldmenschen, einen jungen Beorninger und einen weiteren Waldmenschen zum Verkauf anboten. Es dauerte die ganze Nacht bis man sich am Morgen endlich einig wurde.
Unterdessen waren Grimhild und Arina zu den Gefährten zurückgekehrt. Sie brachten die Beorningerin Radegund mit, die ihren 15jährigen Sohn suchte, der tatsächlich auch auf dem Sklavenmarkt verkauft werden sollte.
Ein Plan war schnell gefasst. Die Freunde würden warten bis die sechs Viglundinger mit den Sklaven in Richtung Heimat ziehen würden. Dann wollten sie sie in einen Hinterhalt locken und die Gefangenen befreien.
Gesagt, getan. Es wurde ein harter blutiger Kampf. Aber am Ende waren die Viglundinger tot, die Sklaven befreit.
Hoffentlich hatte sie niemand beobachtet. Man sagt, vor der Rache der Viglundinger ist niemand sicher…
Spielzeit: 2946 Drittes Zeitalter (DZ), fünf Jahre nach der Befreiung des Einsamen Berges, der Zerstörung von Seestadt durch den Drachen Smaug und der Schlacht der Fünf Heere.
Ort: die Region östlich der Nebelberge genannt ‚Wilderland‘. Sie umfasst den großen Fluss ‚Anduin‘, den ‚Düsterwald‘, die Städte ‚Thal‘ und ‚Esgaroth‘ und die Zwergenreiche ‚Einsamer Berg‘ und ‚Eisenberge‘. Das ‚Graue Gebirge‘ ist die nördliche Grenze dieser Region.
Nach der Schlacht der Fünf Heere und der Vertreibung des Nekromanten aus Dol Guldur ist das Wilderland im Aufbruch. Der Handel blüht auf, die Beziehungen zu anderen Ländern im Osten und Süden werden wieder aufgenommen. Der Düsterwald ist nicht mehr die feste Grenze zwischen den Menschen des Anduintals und der Menschen vom Langen See. Doch ist das Böse wirklich besiegt? Die meisten Menschen, Elben und Zwerge wollen nicht wirklich daran glauben, denn die erschreckenden Geschichten von Händlern, Abenteurern und Glückssuchern erzählen von riesigen Spinnen, Orks und anderen bösen Wesen.
Die Gefährten, die sich in einem Boot auf der Fahrt von Seestadt ans Nordufer in Richtung Thal kennengelernt haben:
Arina, eine Waldmenschin, Seelengefährtin von Grimhild
Foscu, ein Hobbit aus dem Auenland
Paladin Guthleib, ein Hobbit, der aus dem Östlichen Gasthaus kam
Thoin, ein Zwerg vom Einsamen Berg, ein Veteran und Hauptmann der Schlacht der Fünf Heere
Onar, ein Zwerg, der ebenfalls den Einsamen Berg sein Zuhause nennt
Grimhild, eine Beorningerin vom Hofe Beorns, Seelengefährtin von Arina
Evorik, ein stolzer Bardinger und Krieger
Ralof, ein Beorninger
Während ihres ersten gemeinsamen Abenteuers (Blutige Wasser, 2946 DZ Spätsommer, Frühherbst) retteten sie die Besitzerin und die Bediensteten des Wirtshauses ‚Drachenkopf‘, gelegen nahe dem Bootsanleger am nördlichen Ufer des Langen Sees, aus den Händen von Orks, die sie entführt hatten.
Im Anschluss machte die Gruppe den restaurierten ‚Drachenkopf‘ zu ihrer gemeinsamen ersten Zuflucht. Wochen der Ruhe, der Entspannung und des gegenseitigen Kennenlernens folgten.
Zurück in Esgaroth trafen sie auf einen weiteren Gefährten für zukünftige Abenteuer:
Fiddiwaht, einen lebens- und abenteuerlustigen Hobbit
Gemeinsam starteten sie in ihr nächstes Abenteuer (Die Glocke im Sumpf, 2946 DZ Oktober).
Der Botschafter der Zwerge in Seestadt, Gloin – Gefährte Thorin Eichenschilds bei der Rückeroberung des Einsamen Berges-, beauftragte die Gefährten nach den vermissten Balin und Oin zu suchen, die als Boten auf dem Weg zum Fürsten der Adler waren.
Auf ihrem Weg durch die Langen Sümpfe zur Alten Waldstraße gerieten die Freunde in einen Hinterhalt. Während sie mit einer Moorhexe kämpften, werden sie von Waldorks angegriffen. Ihnen eilen zur Hilfe:
Malaric, ein Waldmensch
Eleu, eine Waldmenschin
Später gelang es den Gefährten Balin und Oin aus den Händen von Sumpflingen zu befreien und in die Seestadt zurückzubringen.
Danach verbrachten sie wieder einige Zeit im ‚Drachenkopf‘, wo sie der alte Händler Baldor ansprach, um die Gefährten als Begleitschutz für seinen kleinen Handelszug über den Elbenpfad durch den Düsterwald anzuheuern (Weiche niemals vom Weg ab, 2947, Frühjahr). Sein zehnjähriger Sohn Belgo würde sie auf der Reise begleiten.
Arina, Grimhild, Thoin, Onar, Paladin, Foscu und Ralof beschlossen den Auftrag anzunehmen.
Die erste Etappe des Wegs war schnell und leicht zurückgelegt. Auf dem Waldlandfluss wurden sie von den Elben bis zu Thranduils Hallen gebracht. Dort verbrachten sie zwei Tage in den Kellern. Dann brachten sie Waldelben auf den Elbenpfad. Von nun an waren sie auf sich allein gestellt. Eine Reise von mehreren Wochen lag vor ihnen.
Als sie das erste Mal in Ruhe und ohne Angst auf einer alten Elbenlichtung rasten konnten, schreckte Baldor des Nachts aus Albträumen auf. Das Wasser des nahen Baches sollte sein erhitztes Gemüt abkühlen. Stattdessen verlor er den Verstand und floh von der Lichtung tiefer in den Düsterwald. Dort fingen ihn die großen Spinnen des Düsterwaldes. Sie brachten ihn in eine alte Festungsruine, die sie zu ihrem Unterschlupf gemacht hatten.
Die Gefährten folgten seiner Spur, während Belgo auf der Lichtung bei den Ponys zurückblieb. Nach einem harten Kampf konnten sie den Händler aus den Netzen der Spinnen befreien.
Doch Baldor sollte nicht mehr der selbe sein. Sein Geist blieb zu großen Teilen in der Vergangenheit, beim Untergang von Esgaroth durch das Feuer des Drachen Smaug…
Arkendahl: Der Winter endet… der Beginn der Großen Jahre
Wulfglen, ein Dorf im nördlichen Anduintal gelegen in den östlichen Ausläufern des Nebelgebirges, im Frühjahr 3018 des Dritten Zeitalters.
Die Gefährten flohen im letzten Jahr nach ihrer katastrophalen Niederlange in Arkendal- wovon ein anderes Mal berichtet werden soll- hierher in den hohen Norden. Von Alpträumen und dunklen Visionen heimgesucht und körperlich schwer gezeichnet, fanden sie bei den einfachen Leuten des Dorfes Hilfe und Ruhe.
Die Freunde brauchten beinahe ein halbes Jahr um sich ihren Erlebnissen stehlen zu können. Der Verlust von Broca und Menelcar, jahrelange Gefährten, belastete sie schwer. Dann war da noch die Ungewissheit. Denn es war keineswegs klar, dass die beiden wirklich tot waren.
Dann kam die erlösende Nachricht.
Während eines Orküberfalls, kurz nach dem ersten Schneefall, verdichteten sich die Hinweise, dass der Hobbit und der Ritter lediglich gefangen gehalten wurden und zum Gramberg gebracht werden sollten.
Die Gefährten setzten sich auf die Fährte der Orks. Schon bald fanden sie den Unterschlupf: ein altes kleines Höhlensystem im Nebelgebirge, diente den Kreaturen als Winterlager. Die lange vermissten Freunde waren schnell befreit.
Doch damit sollte die Gefahr noch nicht gebannt sein. Denn der Winter ließ sich nun doch Zeit und die Orks schlossen sich, unter der Führung der mächtigen Schamanin Shakta, an einem uralten Grabhügel nordöstlich von Wulfglen zusammen.
Als die Gefährten einem alternden Zwerg helfen wollten, die Geister in seiner Mine zu vertreiben, stießen sie auf einen Trupp Orks, der ihnen nachgeschickt wurde, um sie zu töten. Der Plan der Schamanin ging schief. Die Freunde überlebten, ihrerseits nun auf Shaktas Aktivitäten aufmerksam geworden. Sie stöberten sie im alten Hügelgrab auf. Während die Schamanin ein geheimnisvolles Ritual durchführte, legte Broca Feuer und die Gruppe verschwand wieder, in der Hoffnung Shakta getötet zu haben.
Nun brach der Winter mit aller Gewalt über die Region herein. Die Welt ruhte unter tiefem Schnee. Es begann eine beschauliche Zeit der Ruhe und des Geschichtenerzählens. Die Gefährten sammelten ihre Kräfte und ihre Gedanken richteten sich wieder auf Arkendal, die Stadt am Rande des Düsterwaldes, die unter den Schatten gefallen war. Nun war niemand mehr sicher im nördlichen Anduintal.
Die Zeit sich zu erheben, zurückzukehren und Arkendal zu befreien war gekommen. Und in Dol Amroth wartete immer noch eine Familie auf Nachrichten von ihrem Sohn. Die Zeit der Bewährungen ist nun fast vorbei. Die Weißen Ritter rufen nach ihrem neuen Bruder…
„Ich bin Brach, Sohn des Meisterschmieds Aladamir, geboren und aufgewachsen in der Weißen Stadt am Meer Dol Amroth, stolzer und ehrwürdiger Weißer Ritter meiner Heimat.
In meinem fünfundzwanzigsten Jahr sitze ich hier in einem kleinen Zimmer im verfluchten Arkendal und schreibe meine Erlebnisse in dieses kleine Buch.
Während ich mich erinnere, fällt mein Blick auf meine große Liebe, die friedlich schlafend im Bett neben mir liegt. Sie ahnt nicht welch düsteres Geheimnis dieser Ort verbirgt. Noch weiß sie, wie nah mir, und damit auch ihr, der Unschuldigen, der Tod schon gekommen ist.
Noch bevor die Sonne aufgeht werde ich diese Stadt verlassen um Hilfe zu holen. Nur einige Tagesreisen von hier liegt ein Dorf der Beorninger, durch das wir, vor vielen Monaten, auf unserer Reise hierher kamen. Doch ich will von Anfang an erzählen.
Alles begann im Januar 3016 des dritten Zeitalters. Ich trug seit einem Jahr mit großem Stolz die Farben meiner Ritterschaft, als mich mein Herr und Großmeister unseres Ordens, Fürst Imrahil, zu sich rief. Er stellte mir einen Waldläufer namens Wulfric vor, der den langen Weg von Minas Tirith hierher gekommen war auf der Fährte eines Mannes, des Bäckermeisters Brymer Morlender. Wulfric hatte offiziell den Herrscher Dol Amroths um Hilfe gebeten und ich bin ihm zugeteilt worden.
Brymer Morlender ist der Anführer eines Hexenzirkels, die die Dunkelheit in einer Gestalt, die sie Samiel nennen, verehren. Die Anhänger und ihre Helfer sind zahlreich im Nordwesten Mittelerdes. Auch hier gäbe es Samielsjünger. Wo allerdings der Hexenzirkel seinen Ursprung hatte, wusste niemand.
Doch schon bald hatten wir herausgefunden, das Brymer nicht mehr in der Stadt war und der Hexenzirkel vor Monaten zerschlagen wurde. Wir begannen nun das Umland zu bereisen.
Im April fanden wir schließlich eine Spur des Bäckermeisters die nach Norden wies. Wir folgten ihr durch das Land Rohan, weiter den Anduin hinauf, am sagenumwobenen Elbenreich Lorien vorbei bis wir den südwestlichen Düsterwald erreichten.
Als wir durch das Dorf der Beorninger, am westlichen Ufer des Großen Flusses, kamen, erlangten wir Gewissheit. Brymer hatte sich hier zwei Tage erholt. Dann war er weiter am westlichen Rand des schrecklichen Waldes entlang nach Norden gezogen.
Wir fanden ihn letztendlich hier in Arkendal. Er lebt und arbeitet hier als Bäckermeister. Er ist ein angesehener und respektierter Mann. Obwohl viele auch Angst vor ihm zu haben scheinen.
Während ich in der kleinen Stadt der Nord- und Waldmenschen den Winter verbrachte um Informationen über die Anhänger Samiels zu sammeln, lebt Wulfric im Wald und erkundet weiträumig die Umgebung Arkendals. Dabei ist er auf eine alte Festung der Dunadan gestoßen, die südlich der Berge im Düsterwald liegt.
Die Menschen hier sind argwöhnisch und verschlossen und Fremden gegenüber abweisend. Irgendetwas ist vor vierzig Jahren passiert, als vier Abenteurer auf der Suche nach einem alten Artefakt nach Arkendal kamen.
Nun endet der Winter und ich werde das Gefühl nicht los, das meine Fragen mich in große Gefahr gebracht haben.Auch die mir geneigte Herrin der Stadt, Lilid Nahar, hat sich verändert. Sie weißt mich ab und lässt mich die Festung nicht mehr betreten.
Erst gestern hat mir Ellamae, die Heilerin und Anhängerin Yavannas, einen Brief zugesteckt. Er enthält einen uralten Bericht der Schamanin Dorena, die damals mit der Abenteuerergruppe nach Arkendal kam.
Ich bin sicher, nun werden sie kommen, die Hexen dieses Ortes, um mich zu töten.
Lange habe ich Wulfric nicht mehr gesehen. Hoffentlich lebt er noch. Der Morgen graut. Es wird Zeit. Ellamae wird sich um meine Geliebte kümmern. Sie hat es versprochen.“
Menelcars Stimme verklang. Er klappte das Tagebuch zu und strich sanft über den Stoff des Wappenrocks. Ein sanfter kühler Wind strich über den Anduin. Niemand wollte das Schweigen brechen.
Der Khazad sehnte sich nach Stille. Der Kampf war längst vorbei. Die Orks waren zu Dutzenden gefallen. Zuletzt hatten sie gemeinsam den Hexer und den Anführer der Orks getötet. Das uralte Feuer seines Ringes war schon lange erloschen. Aber das Brausen in seinen Ohren war noch immer da. Sein Körper schien in Flammen zu stehen.
Schwer stützte sich Borgin auf seinen Kriegshammer. Trotz der Schmerzen in der linken Hand, konnte der erschöpfte Krieger das Feuer in seinem Inneren nicht zur Ruhe bringen. Von Mal zu Mal wurde es für ihn schwerer der Macht des Ringes, den er auf dem Schlachtfeld im verwunschenen Wald gefunden hatte, zu widerstehen. Der Khazad fürchtete sich vor dem Tag, wenn sein Geist endgültig mit der Kraft des Artefaktes verschmelzen würde.
Plötzlich zerriss ein Schrei die Luft und holte Borgin schlagartig in die Wirklichkeit zurück. Der Zwerg straffte sich, ließ den Blick schweifen. Dann erkannte er die Gefahr.
„Mahal. Was macht die Elbin im Fluss?!“
Sofort rannte er, ohne darüber nachzudenken, zum Ufer des Anduin. Einen Augenblick später, er hatte den Hammer fallen gelassen, stand Borgin bis zur Hüfte im schnell fließenden Wasser. Seine Hand griff nach Laedah, die gerade im Fluss versank. Verdammt er hatte sich so sehr an die Elbin gewöhnt. Er konnte sie doch jetzt nicht sterben lassen. Er streckte seinen Arm aus und tastete nach ihrem Körper. Ihm selbst stand das Wasser schon bis zur Brust. Er spürte Panik in sich aufsteigen. Die Kälte fraß sich in seine Knochen, als sein inneres Feuer langsam zu lodern begann.
Dann bekam Borgin plötzlich das lederne Wams der Elbin zu fassen. Er zog mit aller Kraft ihren Kopf über den Wasserspiegel. Laedah schnappte nach Luft, während der Khazad sich langsam zurück zum Ufer bewegte.
„So schwer konnte die zierliche Elbin doch nicht sein“, dachte Borgin bei sich. Denn es kostete ihn große Mühe seine Gefährtin über Wasser zu halten.
Als sie das rettende Ufer erreicht hatten, erkannte der Zwerg wofür Laedah ihr Leben riskiert hatte. Krampfhaft hielt sie einen Mann fest, dessen Körper von zahlreichen Pfeilen gespickt und von kleinen Wunden übersät war.
„Danke“ murmelte die Silvan und schenkte ihrem Retter ein wunderbares Lächeln. Dann wandte sie sich dem Bewusstlosen zu.
Borgin spürte noch wie sich das auflodernde Feuer in ihm zurückzog und einer wohligen Wärme Platz machte. Ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen des kampferprobten Zwerges. Er mochte die Elbin.
Der Mann aus dem Fluss war einfach gekleidet, in grüne Wolle und braunes Leder. Er musste schon einige Zeit im Wasser gelegen haben. Seine Haut war fahl und aufgedunsen.
Borgin half Laedah die Pfeile aus Brust und Rücken zu ziehen. Sie nahmen ihm den Rucksack ab und betteten ihn vorsichtig ins Gras. Sein Atem war nicht mehr zu spüren.
Als die Elbin seine Wunden versorgte kamen auch Tarthalion, Menelcar, Broca und Wino herbei.
Plötzlich packte der Fremde die Silvan am Kragen, zog sie zu sich herunter und forderte energisch: „Arkendal! Ihr müsst nach Arkendahl gehen!“
Dann fiel sein Kopf zur Seite. Der Mann war tot.
Todesmelodie
„Schau Sibroc!“ Der alte Mann hielt den Dunadan am Arm zurück und wies mit der Hand gen Himmel. „Einer der großen Raben. Vielleicht weiß er, wo deine Gefährten sind.“
Dann verstummte der alte Mann in seiner braunen Robe, während er den Raben nicht aus den Augen ließ. Nach kurzer Zeit flatterte der Vogel hinab auf einen Baumstumpf.
„Ihr müsst der Zauberer Radagast sein, der Freund aller Vögel“ krächzte der Rabe. „Ich bin Crest, einer der Großen Raben im Dienste des Königs unter dem Berg, Dain Eisenfuß. Was kann ich für Euch tun?“
„Dann bist du weit weg von zu Hause, edler Crest“ antwortete der Zauberer. „Wir suchen Freunde von uns. Einen Noldo, eine Silvan, einen Khazad, einen Hobbit und zwei Männer aus dem Süden. Hast du sie gesehen?“
„In der Tat. Vor ein paar Tagen sah ich eine solche Gruppe, nördlich von hier, diesseits des Anduin. Sie verbrachten den Winter im Dorf der Bärenmenschen und kämpften einen verzweifelten Überlebenskampf gegen eine Armee von Orks.“
„Was ist passiert!“ forderte nun Sibroc zu wissen. „Bitte erzählt uns mehr, Bote des Königs.“
Nun begann Crest zu erzählen:
„Der Frühling kommt früh in diesem Jahr. Ich bin schon lange unterwegs gewesen, als ich in der Nähe der Bärenmenschen ein wenig Ruhe finden wollte. Der Nebel war dichter geworden. So verkroch ich mich in den Ästen einer Weide am Ufer des großen Flusses.
Im Morgengrauen sah ich sie plötzlich. Orks so weit mein Auge reichte. Sie mussten im Morgengrauen über den Anduin gekommen sein. Jetzt duckten sie sich an die Uferböschung. Sechs kleine Trupps lösten sich von den anderen. Sie hatten Fackeln dabei und schlichen hinter die Langhäuser. Schon bald loderten die Flammen an den Wänden empor, erfassten die Dächer.
Schnell flatterte ich in die Lüfte, kreiste über dem Dorf und krächzte aus voller Kehle: „Orks! Orks! Erwacht!“ Doch niemand hörte mich.
Dann hörte ich die ersten „Feuer, Feuer“- Rufe. Türen wurden aufgerissen. Frauen, Kinder und Alte rannten hinaus, suchten nach Eimern und liefen zum Fluss um Wasser zu holen.
Nun schnappte die Falle zu. Die Orks, die am Ufer in Deckung lagen, stürmten ins Dorf, metzelten die Bärenmenschen nieder. Und dann kam er, ein großer Nordmann, der die Menschen rein durch seinen Willen tötete. Ein Hexer. Er führte die Orks.
Plötzlich wurde die Tür des Versammlungshauses aufgerissen. Eure Freunde stürmten bewaffnet und gerüstet hinaus. Die Orks fielen in Scharen ihren Waffen zum Opfer. Aber es waren zu viele und die meisten Bärenmenschen bereits tot.
Der Überfall schien geglückt. Der Hexer und der Hauptmann der Orks, ein mächtiger Uruk, zogen sich mit einer kleinen Gruppe Kriegern zum großen Fluss zurück.
Doch Eure Freunde bemerkten es. Der Zwerg, die Silvan und einer der Südmenschen folgten dem Hexer, während der Noldo, der Hobbit und der andere Krieger so viele Menschen wie möglich ins Versammlungshaus holten.
Plötzlich verschwand der Khazad hinter einer mächtigen Feuerwand als er durch eine große Gruppe Orks rannte. Viele verbrannten auf der Stelle. Unbeirrt liefen die drei weiter zum Fluss.
Jetzt nahmen die Silvan und der Südmensch die Gruppe um den Hexer unter Beschuss, während der Zwerg die Feuerwand fallen ließ und zum Nahkampf überging.
Eure Freunde müssen große und mächtige Helden sein, denn der folgende Kampf dauerte nicht lange. Dann waren der Hexer, der Hauptmann und alle Orks in ihrer Nähe tot.
Doch nun brannte auch die Versammlungshalle. Immer mehr Orks drangen auf den tapferen Krieger ein, der die Tür ins Innere verteidigte. Aber die Übermacht war groß, zu groß.
Plötzlich drang ein dunkler tiefer Schrei aus der Kehle des Kämpfers und er geriet in wilde Raserei. Ungeachtet der Wunden die ihm die Orks zufügten, streckte er einen nach dem anderen nieder. Erst als alle Feinde tot zu seinen Füßen lagen, verließen ihn seine Kräfte und er brach zusammen.
Dann Stille. Nur das Prasseln der Flammen war zu hören. Der Geruch von Blut und verbranntem Fleisch lag in der Luft. Der Nebel hatte sich gelichtet. Das Dorf war zerstört und nur sechs Bärenmenschen hatten überlebt, vier Kinder, eine junge Frau und ein alter Mann.
Als ich mich wieder auf den Weg machte, sah ich noch wie der Zwerg einen schwer verwundeten Menschen aus dem Wasser zog. Dann flatterte ich davon.“
„Danke für deine Hilfe Crest. Grüße mir den König, wenn du nach Hause kommst“, rief Radagast dem großen Raben nach, der sich wieder in die Lüfte erhoben hatte.
Die beiden Zauberer beschleunigten ihre Schritte und zogen schweigend weiter nach Norden. Es stimmte also was Gandalf gesagt hatte, der Schatten ist größer geworden in diesem Frühjahr des Jahres 3017 des dritten Zeitalters.