Startseite Forums Forenrollenspielrunden DER Gemeinschaft des Wagens Heiftgrim (Joran) Antwort auf: DER Gemeinschaft des Wagens Heiftgrim (Joran)

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Joran
Teilnehmer

Sehnsucht erfüllt mein Herz: Die Sehnsucht nach dem verlorenen Wissen meines Volkes, verborgen in Kammern, die die Altvorderen aus dem unberührten Fels, alt wie Arda selbst, geschnitten. Es liegt dort, so dass mein Volk nur die Hand ausstrecken und nach seinem greifen müsste, um wieder zu altem Glanz aufzusteigen!

Ich bin nicht bereit, mich mit Träumen von vergangener Größe zufrieden zu geben. Wir sind keine Elben, die in ihren Wäldern vergehen wie das welkende Laub. Wir sind die Kinder Aules! Wir sind älter als das Volk der Elben, auch wenn man unser Volk für sie zurückgehalten hat. Weil wir nach dem Plan der Götter nach den Elben kommen sollen: Unsere Zeit kommt, wenn das Licht der Elben verblasst ist. Wir sind nicht geschaffen, um geduldig abzuwarten, was da kommen mag. Wir sind aus Ungeduld geboren! Wir sind hart und unbeugsam, wie der Stein, aus dem wir erschaffen wurden. Ich singe nicht von den alten Hallen, um das Vergangene vergangen sein zu lassen. Ich rufe mein Folk auf, seinen Platz wieder einzunehmen und nach höherem zu Streben. Unsere Zeit bricht erst an, nun da alle großen Drachen erschlagen und die Orks zu kleinen verängstigten Rotten zerfallen sind! Die Elben gehen und die Khazâd kommen, um ihren Platz als mächtigstes Volk dieser Welt einzunehmen. Wenn ich von der Vergangenheit singe, dann singe ich gleichzeitig von der Zukunft!

Ich war begeistert, als die Kunde von der Rückeroberung des Erebor zu uns drang und habe mich sofort auf den Weg dorthin gemacht!

Wie gerne wäre ich einer der Zwerge um Thorin Eichenschild gewesen! Ich wäre der erste Zwerg gewesen, der die Kammer der Erinnerung unter der Großen Halle von Thráin betreten hätte. Ich hätte die Pergamente und in Stein gemeißelten Runen als erster lesen können. All die Berichte, die mein Volk im Erebor schrieb und die viel älteren, die Thráin der Alte vor fast 1000 Jahren dorthin brachte. Ich hätte heute an der Stelle von Munin über diese Schätze wachen können. Aber so ist es nicht! Scharfäugig wie ein missgünstiger Elb aus dem Düsterwald wacht Munin über das Wissen, dass auch mein Erbe ist, und entscheidet, wer was lesen darf! Er hockt dort auf Liedern und Berichten, wie der Smaug auf dem Schatz. Und dafür nennt man ihn auch noch den „Bewahrer der Erinnerungen“ … der „Hamsterer aller Erinnerungen“ wäre wohl treffender. Einen Drachen haben wir bezwungen, nur um selbst einen neuen auf den größeren Schatz zu setzen, den der Erebor beherbergt. Es ist nicht zu fassen, der alte Narr Munin hat MIR die Einsicht in alte Schriften verweigert.

Und Dain ist nicht bereit, hieran etwas zu ändern. Dain ist ein großer Krieger, keine Frage. Ich achte und respektiere ihn. Er hat die Völker um den Erebor befriedet und so den Weg für ein neues Zwergenreich geschaffen, auf das schon jetzt das gesamte Umland blickt und das bald die ganze Region dominieren wird. Er hat dafür zu viel von den Erbstücken unseres Volkes herausgegeben. Nicht das Gold, das ist mir gleichgültig. Nein, ich meine die vielen kleinen Wunder, die mein Volk erschaffen hat. Beweise der Handwerkskunst alter Meister, die Smaugs Feueratem zum Opfer fielen. Kunstwerke, aus denen wir viel hätten lernen können. Aber Dain kommt aus den Eisenbergen … In ihm brennt nicht das gleiche Feuer, wie in den Zwergen der Ered Luin! In ihm klingen Lieder von Schlachten und Siegen. Sein Körper schwingt nicht zur Melodie der Lieder des Verlangens und der Sehnsucht. Er ist ein Pragmatiker, er kennt nicht diese unstillbare Liebe zu den Relikten unserer Stämme… Er hört nicht ihren Ruf in der Nacht.

Der Erebor ist nicht der Platz, den ich gesucht habe. Ich muss meine eigenen Hallen finden! Ich muss eine eigene „Kammer von Mazarbul“ entdecken, bevor Aule mich in die Hallen Mandos ruft!

Das ist es, was mich zurück in den Westen treibt: Moria, das ganze Nebelgebirge und die alten Massive enthalten noch viele Wohnstätten der Khazâd, die es zu erkunden gilt!